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Das Rosenbaumfest - Früher und heute......

 

Das Rosenbaumfest findet alljährlich an einem Sonnabend im Juni statt. Erstmals wird es im Jahr 1912 erwähnt.

Nach der alten Ortstradition begannen die Festaktivitäten damit, dass die Jugendlichen einen Baum im Wald fällten. Es musste ein „frischer“ Baum sein, damit er recht schwer war. Manchmal, so sagt der Volksmund, wurde der Baum auch „bei Nacht und Nebel“ vom Bahndamm geholt. Dort lagerten Lichtmasten, die sich gut eigneten. Von einem Wagen aus wurden Eichenzweige geschnitten. Die Mädchen und jungen Frauen gingen von Haus zu Haus und baten um Rosen. Auch hierzu gibt es eine weitere Version, die besagt, dass die Dorfjugend die Rosen „unter den wachsamen Augen der Dorfbewohner klauten“.

Am Freitag vor dem Fest wurde der Baum mit dem Eichenlaub beflochten. Das fand auf dem Gehöft eines Bauern statt. Am oberen Ende zierten eine mehrstufige Krone und eine Fahne den Baum. In der Nacht wurde der fertige Baum in einer Scheune gelagert und von der Jugend bewacht, damit er nicht zersägt oder beschädigt werden konnte. Die nächtlichen Bewacher wurden mit Essen und „Trinken“ versorgt, meist mit einem Fass Bier. Am Sonnabend steckten dann die Frauen die Rosen in den Baum.

Der Sonnabend bildete den Höhepunkt des Festes. Am zeitigen Nachmittag trugen die stärksten jungen Männer den schweren Stamm, die kleineren die Krone zum Festplatz. Links und rechts des Zuges liefen die Frauen. Die Kleidung war klassisch schwarz/weiß. Direkt vor dem Baum liefen drei Jungfrauen mit den drei Kränzen der Krone. In einem Handwagen wurde ein Hammel mitgeführt. Er war der erste Preis im Kegelwettbewerb. Der Zug wurde durch eine zünftige Blasmusik begleitet.

Auf dem Festplatz wurden zunächst die Kränze am Baum befestigt. Fiel ein Kranz ab, war die Jungfrau „in Frage gestellt“.

Mit Muskelkraft wurde der Baum aufgestellt. War diese Arbeit getan, begann der Tanz. Eingeleitet wurde der Tanz von den Jugendlichen mit dem Walzer „Schön ist die Jugend“. Dann begannen die Volksbelustigungen. Im Mittelpunkt standen dabei das Preiskegeln und Kinderbelustigungen. Der Abend endete mit Tanz im Saal.

Diese Tradition des Rosenbaumfestes hat sich nahezu 100 Jahre erhalten. Einiges hat sich im Ablauf geändert:

Früher wurde das Rosenbaumfest von der Dorfjugend vorbereitet und organisiert Seit 2001 obliegt die  Traditionspflege, Vorbereitung und Durchführung  dem Fest- und Traditionsverein.

Früher wurde der Rosenbaum vor der Gaststätte „Schützenhaus“ in der Berliner Straße oder vor dem „Deutschen Haus“ in der Lindenstraße aufgestellt, wo auch die abendliche Tanzveranstaltung stattfand.

Seit 1996 findet das Fest auf der Wiese am Backofen in der Sputendorfer Straße statt.

Seit 1984 wird immer der gleiche Baum verwendet. Es ist ein 14,5 m langer Kiefernstamm.

Heute ist das Spektrum der Volksbelustigungen breiter geworden. Luftgewehrschießen, Torwandschießen, Würfeln sowie umfangreiche Kinderbelustigungen, wie Basteln, Sackhüpfen, die Versorgung mit Imbiß und Getränken und vieles mehr gehören zu den Selbstverständlichkeiten des Festprogramms. 

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