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Wie feiern die Köriser Fastnacht ? Damals und heute ......

 

Nach mündlichen Überlieferungen bestehen Fastnacht und Zempern seit 1912 als Tradition in Groß Köris. Fastnacht wird vor Beginn der Fastenzeit gefeiert, um den Winter und seine Geister auszutreiben. Die Fastnachtsjugend setzte sich früher aus Junggesellen zusammen, die ein lediges Mädchen ihrer Wahl als Dame wählten. War die Junggesellenzeit vorbei, war es auch mit der Zugehörigkeit zur Fastnachtsjugend vorbei. Die Fastnachtsjugend darf heute auch verheiratet sein. Das ist dem Umstand geschuldet, dass nicht mehr genügend unverheiratete Jugendliche vorhanden sind.

Fastnacht und Zempern ziehen sich über mehrere Tage hin. Am ersten Abend ziehen die Vereinsmitglieder in „Schwarz/Weiß“ in den Veranstaltungssaal ein, die Herren in schwarzer Hose und weißem Hemd, die Damen mit schwarzem Rock und weißer Bluse. Auf dem Kopf tragen die  Herren einen Zylinder mit Blumensträußchen und langen bunten Bändern. Der Tanz wird von den Mitgliedern eröffnet. Anschließend war und ist es Aufgabe der Mitwirkenden, mit den Älteren, also den Verheirateten, zu tanzen. Für die „alten Weiber“ stand früher unter der Bühne eine Bank. Dort konnten sie ungestört sitzen und über die Jugend „tratschen“. Heute gibt es keine Bank mehr, aber das Tratschen ist wohl weiterhin Tradition geblieben.

Der darauf folgende Samstag beginnt nach wie vor mit dem traditionellen Austreiben des Winters durch das Zempern. Die Vereinsmitglieder ziehen dann mit der Eierkiepe von Haus zu Haus, schwarz-weiß gekleidet, mit bunten und farbig bebänderten Zylindern auf den Köpfen und bitten um Spenden oder Sachgaben in Form von Wurst, Speck und natürlich auch Geld. Sie bieten dafür ein Gläschen Alkoholisches und ein Tänzchen mit dem Hausherrn oder seiner Frau vor dem Hause, denn eine lautstarke Blaskapelle begleitet den ganztägigen Umzug durch das Dorf. Hat die Jugend am Vortag fleißig mit den Leuten getanzt, fallen die Gaben reichlich aus. Die großzügigen Spender werden mit einer Einladung und Eintrittskarten zum abendlichen Tanzvergnügen belohnt.

Vor dem 2. Weltkrieg wurde in Groß Köris an zwei verschiedenen Orten Fasching gefeiert. Das „Oberdorf“, auch „Hutviertel“ genannt, feierte im Schützenhaus (Gaststätte Baumbach in der Berliner Straße). Das „Unterdorf“, auch „Kopftuchviertel“ genannt, feierte im „Deutschen Haus“ (Gaststätte Grambow in der Lindenstraße). Nach dem Krieg fanden die Fastnachtsfeiern zuerst in der Gaststätte „Schützenhaus“ (bzw. Klubgaststätte) statt, später im Ferienobjekt des VEB Kabelwerk Berlin-Oberschöneweide (vormals „Deutsches Haus“ ). Seit 2004 finden die Fastnachtsfeiern in der Mehrzweckhalle statt.

   

An beiden Tanzabenden wird heute das Publikum mit einem Showprogramm der Fastnachtsjugend erfreut. Die Proben hierfür finden in aller Stille und schon Wochen vor dem Ereignis statt.

 

Abschluß der Fastnacht bildet traditionell der große Kinderfasching, der von den Vereinsmitgliedern für die Kinder des Ortes organisiert wird und sich Jahr für Jahr großer Beliebtheit erfreut.

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